[7] Ein heiler Abend



Ich sitze auf dem Bett den Laptop auf den Knien. Zu meiner linken steht eine kleine weiße Tüte gefüllt mit kleinen und großen Nikoläusen. Wann immer ich sie sehe, fällt es mir wieder ein: Es ist ja Nikolaus. Es ist Adventszeit. Und statt hier allein zu sitzen, sollten wir eigentlich gemeinsam irgendwo in unseren Sonntagsklamotten (es ist ja ein Feiertag!) etwas essen gehen. 


Stattdessen sitze ich hier und er sitzt dort. Heute noch bleiben wir getrennt, doch in den nächsten Tagen wird er wieder kommen. Mit einem Lächeln auf den Lippen wird er fragen, was ich mache, wie es mir ginge und was ich so vorhätte. Und dabei wird er sich wieder getarnt in meinem kleinen Zimmer umsehen, um ein Geschenk zu erraten. Und so wird er wahrscheinlich wieder zum falschen Präsent greifen, aber da ja eine dreistellige Ziffer drauf steht, werde ich mich ja freuen. Ganz bestimmt. 


Er wird es wieder verpacken und in seinem Schrank verstecken und auf den großen Tag. Dann werden wir uns abends zusammensetzen. Der Fernseh übertönt das Schweigen und die funkelnde Lichterkette am Weihnachtsbaum bringt etwas Abwechslung in das stille Bild. Irgendwann, wenn er es für den richtigen Zeitpunkt hält und lange genug gewartet wurde, werden mit überschwänglichen Gesten die kleinen Pakete ausgetauscht und ausgepackt. Das Reißen des Papiers zieht sich in die Länge, denn es ist immer wieder ein kleines Abenteuer die erste Ecke zu erspähen und zu erraten, was es sein könnte. Also genieße ich die Zeit zum Auspacken und halte den Blick streng auf das winzige Paket in meinen Händen. Schon bald liegt dann das schwach funkelnde Armband in meiner Faust, kühl drückt es sich gegen meine Haut und ich spüre, wie fein es doch verarbeitet wurde. 

Dann schaue ich auf und sehe in erwartungsvolle Augen. Ich halte mich an die Regeln, stehe auf und umarme ihn. Er ist dankbar, dass ich dankbar bin. Und so drückt er mich fest an sich und versteckt den Schimmer in seinen Augen.

Als er sich dann von mir löst, greife ich zur Seite. „Jetzt bist du dran“, und halte ihm mein Geschenk hin. Denn auch wenn nicht alles heil ist, an Heiligabend versuchen wir es zumindest. Ich höre wie er von der Couch aufsteht und lächle. Ja, so wird es ablaufen und gleich wird er zu mir kommen und fragen, was ich da gerade schreibe. 

Bilder von google_________________________________________________________

Diese Geschichte kommt von Alanis vom Blog allie am! Sie ist eine Freundin von mir und wir haben schon des öfteren Aktionen zusammen durchgestanden ;)
Schaut doch mal bei ihr vorbei, sie macht auch bei einem Blogadventskalender mit!:) 

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