[20] Nascela‘s Besuch an der Brandung



Es ließ sich schon gar nicht mehr erkennen ob es Gras war, so dunkel war die Nacht geworden und so gnadenlos hatte die Kälte alles Leben und alle Farbe auf dem kleinen Trampelweg herausgezogen. Der Leuchtturmwärter rief nach seinem Hund, der sich in den kalten Dünen vor der Brandung der eisigen See versteckt hatte, dann betrat der den hohen Turm und stieg ihn bis an die Spitze hinauf. Unten im Dorf schillerte das pure Leben, bunten Lichter schillerten bis zum Himmel und anregende Gerüche durchdrangen das kleine Fischersdorf.


Da machte man es sich gemütlich und fand sich mit der Familie, den Nachbarn in den großen Höfen zusammen und feierte ausgelassen das Fest der Liebe in sinnlicher Wärme.
Nur der Leuchtturmwärter, der an der Petroleum Lampe Wache hielt, musste in dieser Nacht - wie jedes Jahr - den Abend alleine verbringen. Keiner dachte an ihn - wie jedes Jahr - obwohl er es war, der die Sicherheit des kleinen Fischerdorfes in Stand hielt. Würde ein Schiff mit Passagieren an der Klippe versinken, so würde das kein schöner Abend werden. Für keinen von ihnen.
Nichtsahnend lief er um die Lampe und säuberte ihr schillerndes Glas. Er blickte immer tiefer in das Licht der Lampe, welches nicht zu hell für ihn war, denn es wurde immer dunkler. Und als es plötzlich erlosch konnte er seinen Augen nicht trauen. So etwas war ihm noch nie passiert!


Und genau heute hatte sich ein Schiff angekündigt, wie könnte er sich so ein Unglück nur verzeihen? Nie, da war er sich sicher.
Sichtlich nervös stolperte er durch den Raum und lief die Wendeltreppe bis in sein Kämmerlein hinab. Doch als er die kleine Petroleumlampe anhatte, da traute er seinen Augen erneut nicht.
Da saß eine Frau an seinem Tisch, und aß und trank von seinem Gedeck! Sofort wollte er zum Schlag ausholen, doch die zierliche Person sah ihn seelenruhig an.
,,Entschuldigt mein Erscheinen, ich habe mich verlaufen und weiß nicht mehr wohin. Ich habe einen weiten Weg hinter mir und muss pünktlich zu einem wichtigen Fest erscheinen. So hungrig war ich, da ich mir erlaubt, von eurem Speis und Trank etwas zu nehmen. Herr Leuchtturmwärter, ihr seid wirklich ein ausgezeichneter Koch!‘‘, sagte die Gestalt.


,,Wie seid ihr hier hereingekommen, ich habe das Schloss hinter mir verriegelt als ich den Leuchtturm betrat?‘‘, fragte er ängstlich.
,,Das ist schon recht, Herr Leuchtturmwärter. Doch ihr vergaßt das oberste Fenster zu schließen, durch das konnte ich in den Turm gelangen. Ach und könnte ich nun bitte erfahren wo mein Weg weiter geht?‘‘
,,Na das gibt’s doch nicht! So weit oben wie das Fenster ist, da hättet ihr mit einer großen Leiter hinaufklettern müssen‘‘, schrie der Leuchtturmwärter voller Angst und stieg die dunkle Treppe hinauf. Er bekam es immer mehr mit der Angst zu tun, das Fenster war offen doch keine Treppe und kein Seil hingen die Brüstung hinab. Wie war sie  hier hereingekommen? Ein weiteres Mal erschrak der Wärter, als die Gestalt plötzlich erneut neben ihm aufseufzte:
,,Seht ihr den hellen Stern? Man sagte mir, ich solle ihm folgen. Am Ende werden wir ein Wunder erwarten dürfen‘‘, flüsterte die Gestalt ihm in sein Ohr. Der alte Mann konnte sich kaum noch auf den Füßen halten. Wer war diese fremde Person und warum stand er seelenruhig mit ihr in einem dunklen Raum?


,,In welche Richtung strahlt er?‘‘, flüsterte die Frau erneut.
,,Nach Norden, da müsst ihr die nächste Fähre nehmen. Bitte, bitte lasst mich in Ruhe ich bin nur ein alter Mann und habe nichts außer mein Leben. So lasst mich bitte alleine‘‘, flehte er angsterfüllt die Gestalt an, welche mit einer unheimlichen Wärme immer näher kam. ,,Ich danke euch Leuchtturmwärter, ihr habt eine wichtige Aufgabe. Ohne euch würde es bestimmt schon vielen Menschen schlecht gehen. Wär ich so ein Engel wie ihr, dann würde ich euch mit aller Liebe in dieser Nacht besegnen‘‘, flüsterte sie langsam und verschwand die Wendeltreppe hinab. Eilig rannte der Wärter tränen erfüllt hinterher, doch weil er schon so alt war konnte er dem Einbrecher nicht folgen. Ganz unten angekommen riss er die Haustüre auf, doch konnte in der tiefen Nacht nur Umrisse erkennen. Irgendjemand lief tatsächlich in seine Richtung.
Es war sicherlich der mysteriöse Einbrecher, der nun im Schlepptau sein Pack hatte! Doch je näher die Gestalten seinem Haus kamen, desto beruhigter wurde er.



Es waren seine Nachbarn, die ihn einladen wollten den Abend mit Zusammenhalt und Dankbarkeit für seine Dienste im Dorf zu feiern. Und nun begriff er auch, welchem Geschöpf er diese Liebe in dieser Nacht zu verdanken hatte.

Nascela ist der Engel der Kreativität und fördert die Umsetzung der Kreativität.
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So das war Lukas' Geschichte! Ich kenne Lukas von unseren Minis und er hat schon zwei Bücher geschrieben, ein Album aufgenommen und und und! Ein Multitalent also:)

Eins der Bücher habe ich schon gelesen, die Rezi findet ihr hier: []

Hier könnt ihr Lukas' Album Formation anhören: [] 

Hier geht es zu Lukas' offizieller Seite : [





      

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