[18] Verrück-t-es Glück



Ich frier. Steh schon lange hier an einem vereisten See

Der Wind weht kalt, alles ist starr

und der Wind weht kalt.

Es war ruhig, still, doch nun will ich hier weg.
Eine Krähe ruft schallend meinen Namen

kreist im hellgrauen Himmel über mir
was sie denkt kann ich leider nur erahnen,

doch ich bin mir sicher über mich lacht ein Tier
Ja, sie fliegt dort oben, lauthals lachend
verzerrtes Lächeln, ich seh ihren Rachen
so weit reißt sie ihren Schnabel auf

und es kommt nur brüllender Hohn heraus

Das ist es, ja, sie verhöhnt mich
weil ich hier bin, doch sie versteht nich
dass ich abschließen muss, beenden was mal war

ich tu mich schwer damit, deshalb bin ich noch da

und sanft fällt plötzlich Schnee

rieselt in verspielten Bahnen und ich seh

die Krähe flüchten, sie versteckt sich im Wald

scheint, als wären die Flocken zu kalt

die jetzt in immergrößeren Verwehungen fallen

den Boden mit taubweißen Schichten bedecken

ich seh den Vogel den Kopfe recken

im dunklen Schatten der Tannennadeln

sitzt sie wie stumm, ich dreh mich um

Es ist nichts hier, hab keine Angst zu erschrecken

kommt vor, dass Vögel ihre Hälse recken

um dich anzustarren, so wie die Krähe es tut

ich fühl es, dass ihr Blick in meinem Nacken ruht

es raschelt Gefieder und immer wieder

hör ich ihr Kreischen, sie soll endlich gehen

ich bleibe hier sicher nicht ewig stehen

doch so lange sie mit ihren gelben Augen

versucht, meine Seele aus meinen zu rauben,

so lange der Vogel mir stetig auflauert

kann ich nicht denken, mein Geist eingemauert

eine kleine sauerstoffleere Zelle

ohne jede gedankliche Inspirationsquelle

und immernoch schallt dieses Kreischen umher

es klar so fern, jetzt ist es näher

ich will hier nur raus, es ist genug

ich bin doch draußen, doch die Landschaft ist Trug

denn ich stehe nicht am vereisten See

vor Hitze tun meine Hände weh

sie scheinen schier fast schon zu brennen

und ich seh an mir ein Kleid aus Spitze

rot und gold und dann diese Hitze,

die vom orange leuchtenden Feuer zu mir rüberdringt

meine Mutter, die mir Tee bringt

und sagt, ich solle vom Kamin weggehen

ich finde die Kraft, aufzustehen

und wie manisch, vollkommen still, geh ich ans Fenster

seh in der weißen Landschaft Gespenster

bilde mir ein, eine riesige Schar

gelber Augenpaare säße da

in den Bäumen am Waldrand, auf mich gerichtet

wie Gewehrläufe – und....irgendwie

Tut es weh.

Denn der Schmerz kommt zurück

meine Illusion am Kamin-Schatten von Glück das Stück für Stück
von mir gerück-t
ich bin verrückt-t

Die Vogelschar steigt mit unglaublichem Lärm
Stück für Stück den Himmel empor

bevor der Schnee anfängt zu fallen

sie fliegen fort, ich bezweifel sie kommen jemals zurück.

Dieses Weihnachten denk ich das auch von meinem Glück.

Stück für Stück.

Von mir gerück-t

verrückt-t

Und ich frier.

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So Kinder, das war der Text von meiner supercoolen Freundin Alisia!
Sie hat wie ich, beim Musical mitgemacht und war ein sehr überzeugender Truthahn! :D Alisia hat bei uns schon den Poetryslam Wettbewerb gewonnen und ich finde ihren Style Texte zu schreiben enorm genial! Vielen, vielen Dank:)

Lasst doch ein Kommentar da;)
Viele Grüße und bis morgen
Lara

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